Unsere Salzkammergut-Rundfahrt um 13 Badeseen

Vom 17.8.2003 bis zum 30.8.2003 sind wir (Jana und Guido) einmal um 13 Badeseen im Salzkammergut geradelt. Gesamtlänge unserer Tourvariante: 455 km,
gefahren in 33.45 Stunden mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 12.84 km/h.
Schwimmen: Anif Waldbad in Salzburg, Mondsee (2x), Wolfgangsee, Hallstattersee, Altausseer See, Traunsee, Langbathsee, Offensee, Attersee, Irrsee, Mattsee, Grabensee, Obertrumersee

Unsere Planungsunterlagen:

Unser Wetter: einfach genial, nur einmal am Abend in Salzburg und am letzten Nachmittag ein Gewitter, sonst warm und sonnig.

1. Tag: Anreise nach Salzburg

Start in Cham, ZG, wo wir am morgen gegen 9.15 gemütlich die 5 km nach Zug radeln und von dort den Zug nach Zürich nehmen. Von Zürich mit dem Zug direkt nach Salzburg. Wir radeln vom Bahnhof zur Pension und gehen beim Griechen nebenan noch gut essen. Mehr passiert heute nicht.
Gesamtlänge: 9. 63 km

Unterkunft: Haus Wartenberg, Salzburg, Tel. 43 662 844284, Euro 105. Schönes altes Landhaus direkt hinter der Altstadt von Salzburg, in die man in ca. 15 Minuten laufen kann. Frühstück gut.

2. Tag: Besichtigung Salzburg

Heute lassen wir die Räder stehen und schlendern erst einmal in die Altstadt. Mit dem Mönchsberglift geht es auf den Mönchsberg und wir laufen in Richtung Festung, die wir dann die nächsten Stunden gründlich besichtigen werden. Anschliessend essen wir im Restaurant auf dem Berg mit schöner Aussicht auf Salzburg. Nach der Pause geht es wieder mit dem Lift in die Altstadt und wir besichtigen den schönen Garten des Schlosses Mirabell auf der anderen Uferseite. Danach Heimspaziergang durch die Altstadt und zurück ins Hotel, das wir gerade noch vor dem Gewitter erreichen. Guido geht wieder griechisch essen, Jana fällt ins Bett.

3. Tag: Besichtigung Salzburg

Wir radeln zum Schloss Hellbrunn und besichtigen die lustigen Wasserspiele. Nach etwas Suchen finden wir doch noch den Radweg aus der Altstadt heraus und sind nach einer Stunde am Schloss. Da es sehr warm ist, geniessen wir die Wasserspässe des Schlossführers, der uns die eine oder andere unfreiwillige Dusche verpasst. Anschliessend fahren wir weiter zum Waldbad Anif, in dem wir dann richtig Baden gehen. Das Wetter ist ziemlich kalt und so geht es zum Aufwärmen weiter zur Glasenbachklamm, einer malerischen Flussschlucht, die aber gesperrt ist. An der Salzach geht es flott nach Salzburg zurück. Bei 59 Stück Sushi nehmen wir die Abendkleiderparade der Festspielbesucher ab und spazieren anschliessend noch durch die nächtliche Altstadt.
Gesamtlänge: 29.09 km

4. Tag: Von Salzburg nach St. Gilgen

An der Salzach entlang nehmen wir den Mozartweg, der nach einiger Zeit auf den Salzkammergutradweg führt. Sehr schöne, leicht hügelige Tour, bei der wir nur zweimal kurz auf Autos treffen. Wir machen einen Bade-Zwischenstopp am Mondsee und treffen nach einem happigen Aufstieg und rasanter Abfahrt in St. Gilgen ein. Wir gehen spazieren und besichtigen das Denkmal für Helmuth Kohl, der hier immer seinen Urlaub verbracht hat.
Gesamtlänge: 50.0 km

Unterkunft: Penson Ferstl, St. Gilgen, Tel. 43 6227 2216, Euro 82. Schöne Pension mit tollem Frühstück, das wir im Garten essen.

5. Tag: Von St. Gilgen nach Bad Ischl

Nach dem ausgiebigen Frühstück treten wir mächtig in die Pedalen, um die Fähre nach St. Wolfgang zu erreichen. In St. Wolfgang angekommen, kaufen wir uns Fahrkarten für die Schafbergbahn und fahren mit der alten Dampflok auf den Schafberg, von dem wir die weiteren Zwischenstationen unserer Radtour schon mal von oben besichtigen können. Nach 30 min haben wir alles gesehen, fahren wieder nach St. Wolfgang, das mit Autos vollgestopft ist und uns nicht gefällt. Also nehmen wir lieber wieder die Fähre zurück ans andere Ufer, gehen dort Essen und Baden im Wolfgangsee. Über Felder und Wiesen geht es dann weiter nach Bad Ischl, das an der herrlich klaren und kupfergrünen Traun liegt. Wir essen im Park neben dem Opernhaus und geniessen das Dessert im berühmten Cafe Zauner an der Traun.

Gesamtlänge: 28.3 km

Unterkunft: Villa Dachstein, Bad Ischl, Tel. 43 613223155, Euro 68.
Schöne alte Villa bei sehr netter Familie und mit sehr gutem Frühstück. Leider etwas lärmgeplagt von der vorbeiführenden Bundesstrasse.

6. Tag: Innere Salzkammerguttour

Heute starten wir eine Rundfahrt von Bad Ischl. Zunächst geht es ca. 1 Stunde an der Landstrasse entlang zum Hallstatter See und dort endlich autofrei am linken Seeufer entlang bis Obersee. Wir legen eine Badepause ein und wollen eigentlich das Schiff nehmen, stellen aber fest, dass es sich landschaftlich und zeitlich lohnt, das Rad ca. 1 Stunde nach Obertraun zu schieben. Der Holzsteg um die hohen Felsen und über dem dunkelgrünen, kristallklaren See ist ein echtes Erlebnis. In Obertraun stärken wir uns beim Bäcker mit Milch und Kuchen und holen uns die nötigen Kalorien, um unser Rad auf den Koppenpass mit 21 % Steigung schieben zu können. Als Lohn warten dann herrliche 6 km Radeln durch den Wald auf der Passhöhe, Autos gibt es glücklicherweise nur wenige. Danach geht es wieder steil bergab und gleich wieder steil bergauf nach Bad Aussee und von dort zum Altausseer See, in dem wir natürlich auch wieder baden müssen. Nach Pause und Stärkung geht es weiter zur Bla-Alm, die autogerecht erreichbar ist. Von dort endlich mal wieder autofrei über eine Schotterpiste den Rettenbach entlang mit bizarren Felsen und wilden Strudeln. Etwas staubig geht es dann auf der Forststrasse zurück nach Bad Ischl. Wir erholen unsere müden Knochen in den Kaiserthermen und geniessen Sauna, Stein- und Solebad.
Gesamtlänge: 64.46 km

7. Tag: Von Bad Ischl nach Ebensee

Zunächst besichtigen wir die Kaiservilla, bedauern die mehr als 2000 von Kaiser Franz Joseph persönlich ermordeten Gemsen und holen uns unsere Dosis Sissi für den Urlaub. Der Park und das Marmorschlössl mit dem Fotomuseum sind besonders sehenswert. Anschliessend der k. u. k. gemässe Abschluss mit Kalorienbomben im Cafe Zauner, bevor wir endlich nach Ebensee aufbrechen. Rechts die Traun, links leider zu viele Autos, aber es geht bald durch den Wald. Nach der Ankunft im Hotel verbringen wir den Rest des Nachmittags mit Baden und Sonnen am Traunsee.
Gesamtlänge: 29.03 km

Unterkunft: Pension Rosenstüberl, Ebensee, Tel. 43 61335276, Euro 50.
Einfaches Haus im Zentrum, aber ganz gemütlich.

8. Tag: Ausflug Langbathseen und Offensee

Nach 3 km Steigung auf der Strasse biegen wir auf den Forstweg und erreichen im Wald den hinteren Langbathsee, den wir erst einmal umrunden, um die schönste Badestelle zu finden, denn auch dieser See muss natürlich wieder bebadet werden. Das Wasser ist traumhaft klar, aber auch traumhaft kalt und so wärmen wir uns beim Fische und Schnecken beobachten in der Sonne wieder auf. Danach geht es zum vordereren Langbathsee, der von den Sonntagsausflüglern mit Auto und Liegestuhl bevölkert ist. Wir geniessen die 10 km Abfahrt nach Ebensee und da es noch früh ist, gibt es kaum ein Auto, das uns überholt. In Ebensee machen wir eine Kaffeepause, bevor wir auf der anderen Seite des Ortes die 15 km Auffahrt zum Offensee in Angriff nehmen. Nach knapp 2 Stunden sind auch die geschafft und wir beginnen das nächste Bade- und Sonnenvergnügen. Da wir keine Lust haben, in den allgemeinen Sonntags-Autorückreiseverkehr zu geraten, gehen wir am Offensee gut essen und geniessen noch die Abendstimmung bevor die Strasse uns dann wieder allein gehört.
Gesamtlänge: 55.55 km

9. Tag: Von Ebensee zum Attersee

Am Morgen nehmen wir zunächst das Schiff von Ebensee nach Hoisn an das andere Ufer des Traunsees, weil wir einfach keine Lust auf die befahrene Landstrasse haben. Von Hoisn geht es ruhig und an sehr schönen Hotels vorbei nach Gmunden, wo wir kurz das Schlosshotel Orth besichtigen, Kaffee trinken und uns dann auf die Suche nach dem Radweg machen. Nach drei kurzen Verfahrern am und um den Bahnhof beginnen unsere 60 km auf und ab, die ganz schön in die Knie gehen und die Gangschaltungen voll strapazieren. Bei Guido geht es auch in den Magen, da ihm von seiner Cremeschnitte schlecht wird. Irgendwann sind wir dann doch am Attersee und kühlen uns im türkisgrünem Wasser zwischen lauter kleinen Fischen erst mal wieder ab. Anschliessend geht es in grossem Bogen auf einer Landstrasse um den Attersee herum, Radweg bei so viel Autos wäre nicht ganz so zutreffend. Endlich treffen wir in der Pension hoch über dem Attersee ein und erholen uns von den Strapazen bei Bier, Fleischplatte und herrlicher Aussicht. Nachts herrlicher Sternenhimmel und morgens toller Sonnenaufgang über dem See.
Gesamtlänge: 61.49 km

Unterkunft: Pension Seeblick, Familie Lohninger, Nussdorf Tel. 43 7666 8152, Euro 40.
Tolle Lage über dem See mit Traumsicht. Sehr nettes, familiäres Haus.

10. Tag: Fauler Tag am Attersee

Wir radeln zum See. Guido hat heute Geburtstag und so stossen wir mit einem Glas Sekt auf dem Schiff an, das uns über den See fährt. Nach einigen Stunden ist die Südrundreise beendet, wir steigen wieder in Nussdorf aus und verbringen den Nachmittag im Strandbad. Abends gehen wir am See Pizza essen und verbringen den Rest des Abends gemütlich in der schönen Sauna der Pension. Auch eine grosse Kröte scheint sich für die Sauna zu interessieren, aber wir fangen sie mit Saunaeimer und Kelle ein und befördern Sie an der quietschenden Pensionsmutti vorbei wieder in den Garten.
Gesamtlänge: 6.36 km

11. Tag: Vom Attersee zum Mondsee

Da wir mal wieder den Autos ausweichen wollen, entscheiden wir uns heute für ein echtes Abenteuer und nehmen zunächst den Wanderweg quer durch den Wald. Nach einigen Steigungen erreichen wir dann den Römerweg, auf dem wir wegen der beachtlichen Steigung aber auch erst mal wieder schön schieben. Nach längerer Abfahrt biegen wir oberhalb vom Mondsee wieder in den Wald ab, schieben unser Rad nach oben und tragen es stellenweise zu zweit über den Wanderweg Nr. 22, der nur auf der Karte harmlos aussieht - jedenfalls wenn man mit Rad und Gepäck unterwegs ist. Die Aussicht ist toll, aber von unten dröhnt die Autobahn. Irgendwann sind dann Wald, Brücken und kleine Bäche vorbei und wir erreichen wieder die Strasse, auf der wir rasant nach Mondsee fahren. Nach dem Baden in der Badeanstalt essen wir in der Fussgängerzone und freuen uns über die musikalische Untermalung durch die Bürgermusik, die ein Abendkonzert gibt.
Gesamtlänge: 25.08 km

Unterkunft: Pension ?, Mondsee, Tel. 43 6232 2563, Euro 48.
Einfaches Haus im Zentrum, aber ganz gemütlich.

12. Tag: Von Mondsee nach Obertrum

Wir radeln herrlich ruhig an Pensionen in voller Blütenpracht vorbei durch die Felder zum Irrsee und dürfen als Radler zum Kindertarif in die Badeanstalt. Das Seeufer ist im Unterschied zu vielen anderen Seen hier kaum frei zugänglich. Nach der Abkühlung im Irrsee, geht es 30 km weiter nach Seedorf, wo wir endlich mal ausprobieren können wie eine Essigwurst schmeckt. Wir radeln weiter an den Egelseen vorbei und kommen nach Mattsee, wo wir uns erst mal wieder im Schlosscafe stärken und die schöne Aussicht geniessen. Danach geht es in die Badeanstalt, wo wir nicht nur im Mattsee baden, sondern auch ausführlich die grosse Rutschbahn ausprobieren. Wir gehen kurz einkaufen und radeln nach Obertrum, wo unser Hotelzimmer wegen eines Rohrbruchs nicht beziehbar ist. Das macht aber nichts, denn wir kommen viel ruhiger und besser im Dorf unter. Mit einem guten Abendessen endet der Tag.
Gesamtlänge: 48.79 km
Unterkunft: Dorfgasthof Obertrum .

13. Tag: Rundfahrt um den Grabensee und den Obertrumer Seen

Wir radeln durch den Wald zum Obertrumer See und gehen an der Quelle FKK baden, da ausser einem verlassenem Surfbrett nichts und niemand in der Nähe ist. Anschliessend geht es weiter um die kleinen Seen herum und auf die gegenüberliegenden Anhöhen, von denen man einen schönen Blick auf Obertrum hat. Von Wesen zieht eine Gewitterfront auf und wir erreichen mit einem Endspurt gerade noch so unser Hotel. Am Nachmittag gewittert es heftig, was wir gern von unserem Balkon beobachten. Nach dem Gewitter geht es zum Regenbad zu unserem letztem Bad im See. Wir sind ganz allein im Schwimmbad und geniessen das noch recht warme Wasser, denn die Luft hat sich merklich abgekühlt.
Gesamtlänge: 21.0 km

14. Tag: Zurück nach Salzburg und wieder nach Hause

Nach einem kurzen Einkauf in der Dorfmetzgerei, die wirklich sehenswert ist und ganz leckere Sachen anbietet, machen wir uns auf den Rückweg nach Salzburg wieder über Hügel auf und ab. Kurz bevor wir die Salzach erreichen, geht es noch durch ein abgesperrtes Wildschweingehege, dessen Bewohner (vor denen ausführlich gewarnt wird) wir jedoch glücklicherweise nicht zu Gesicht bekommen. An der Salzach entlang sind wir in einer Stunde in Salzburg. Wir decken uns noch mit Proviant ein und treten erholt die Zugfahrt an.
Gesamtlänge: 25.5 km

Unser Fazit:Tolle Badetour, manchmal einfach zu viele Autos in der Nähe.


Jana und Guido 10/August/2004